Mittwoch, 25. Februar 2015

Indien 3/3 - Mumbai - Indien ist nicht Bollywood

mumbai (ehemals bombay) liegt an der westküste indiens und ist eine halbinsel, die zu 85% von wasser umgeben ist. sie hat eine fläche von 437 km², auf der ca. 15 millionen einwohner leben.

"incredible india", so begrüßte uns die aufschrift am hafenterminal, so war es dann auch: "unglaublich". von der gesamten urlaubsreise hat mumbai mich am heftigsten "erwischt" bzw uns alle (glaube ich) für einen moment auf den boden zurück geholt... 
über der gesamten stadt hängt eine dunstglocke, es sieht aus, als hätte seit jahrzenhnten kein mensch irgendwo handangelegt, viele gebäude lassen den glanz längst vergangener zeiten erahnen...  wohin man schaut, verfall... 

für den nächsten tag (25.01.15) hatte sich barack obama für einen staatsbesuch (zur ehrung indischer unabhängigkeitskämpfer) angemeldet, daher das viele militär ringsum 
nachdem wir die kontrollen im hafengelände hinter uns gelassen hatten, fuhren wir mit dem bus weiter durch die stadt. als die gassen enger wurden sind wir zu fuß los, unser ziel war das handwerkerviertel.
 unser weg führte uns am heiligen banganga wassertank vorbei.  der tank hat seinen ursprung im 12. jahrhundert und gehörte zu einer tempelanlage, die irgendwann von den portugiesen zerstört wurde... (inzwischen z.t. wieder aufgebaut)    es heißt, dass wasser im tank habe eine heilende wirkung...

besonders faszienierte mich ein junger mann, der kräftig aufs pedal einer alten nähmaschine tritt, wie zu omas zeiten, ganz ohne strom rattert das gute stück, er scheint hier der fortschriftlichste schneider im viertel, ich sah andere, die nähten per hand... er war sehr nett und hatte nichts dagegen das ich ihn fotografierte... 
 hier unten links im bild ein frisör

das unglaublichste jedoch war die freiluftwäscherei bzw die wohl größte „waschmaschine“ der welt, ein riesiger waschplatz unter freiem himmel erwartete uns mitten in mumbai. wäscheleinen ohne ende, kübel und bottiche wohin man sieht, hier wird die wäsche von familien, hotels und anderen geschäften gewaschen.
mit alten fahrrädern wird die wäsche geholt und zurück gebracht, große bündel stapeln sich auf den gepäckträgern, überall in der stadt sieht man mit wäsche bepackte räder.
ältere damen sitzen in der wäscherei auf dem fußboden und legen die saubere wäsche zusammen...
 natürlich gibt es in mumbai nicht nur armut sondern auch das komplette gegenteil. große, moderne einkaufszentren für die besser betuchten, prachtvolle wohnhäuser, teure autos... so wie eigentlich über all auf der weilt gibt es eben auch hier arm und reich...  uns stand aber nicht der sinn danach, auch die andere seite zu erkunden, wir haben ein kleines stück vom richtigen indien gesehen...

zurück auf dem schiff ließen wir das erlebte revue passieren. die stimmung war eine andere als all die tage zuvor ... wahnsinn und schön zugleich dies gesehen zu haben. die menschen müssen mit so wenig auskommen und sind trotzdem fröhlich und herzlich... bei uns dageben, jeder will mehr als der andere, nie ist es genug und wirklich zufrieden sind ganz wenige...

so legten wir ab, blick zurück,
bye, bye indien
(ich glaube wir sehen uns wieder)
hossa die waldfee, ich kann euch sagen, wenn so ein erlebnis nicht dazu beiträgt gelassener zu werden weiß ich auch nicht (ich denke ich persönlich bin bereits gelassen genug :-).
anonsten ist es wohl so, dass man indien liebt oder nicht, ich hänge noch irgendwo dazwischen.

und ihr so?
auch schon mal indische luft geschnuppert?

liebe grüße vom aufgeräumten, heimischen schreibtisch
eure hummelellli

die welt hat genug für jedermanns bedürfnisse, aber nicht für jedermanns gier.
lebenszitat von mahatma ghandi

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